
Ein Spätsommertag voller kleiner Glücksmomente – und ein Pfirsich-Upside-Down-Kuchen.
Die Sonne steht noch warm am Himmel, die Luft duftet nach Sommer und im Garten leuchten meine Sonnenblumen, als wollten sie uns daran erinnern, dass der Sommer noch nicht vorbei ist. Ich liebe diese Zeit so sehr – dieses goldene Dazwischen, wenn der Sommer langsam sanfter wird und überall im Land die letzten Sommerfrüchte reif werden.
Nach dem Freibad fahre ich mit meiner Tochter noch schnell zum Bio-Hofladen bei uns im Dorf. Eigentlich wollen wir nur ein paar Pfirsiche holen. Aber natürlich nehmen wir uns Zeit. Wir suchen die schönsten aus – jene, die schon ganz weich und saftig aussehen und beim ersten Bissen nach purem Spätsommer schmecken.
Und natürlich können wir nicht widerstehen und naschen gleich einen Pfirsich direkt am Hof. Der Saft läuft über unsere Finger, wir lachen, schauen den Hühnern zu und meine Tochter ist schon wieder unterwegs. Ich hinterher.
Hach … pures Leben. Genau so liebe ich es.
Diese kleinen Momente, die eigentlich ganz unspektakulär sind und sich trotzdem wie pures Glück anfühlen. Ein Nachmittag im Freibad. Ein Besuch im Hofladen. Ein Pfirsich in kleinen Kinderhänden. Hühner, die gackernd über den Hof laufen. Warme Sonnenstrahlen auf der Haut. Und dieses wunderbare Gefühl, nicht irgendwo sein zu müssen, sondern einfach genau hier.
Daheim geht es für mich dann in die Küche.
Meine Küche ist mein Lieblingsort. Hier wird aus den Schätzen, die wir mit nach Hause bringen, etwas Neues. Ich liebe es, wenn auf der Arbeitsfläche frisches Obst liegt, der Duft von Butter und Gewürzen durch das Haus zieht und draußen im Garten die Sonnenblumen im warmen Licht stehen.
An solchen Tagen möchte ich eigentlich gar nichts anderes.
Nur backen, genießen und dankbar sein.

Dankbar für meine Familie. Für unser Zuhause. Für unseren Garten. Für die Nähe zur Natur. Für unser kleines Landleben und für all die scheinbar kleinen Augenblicke, die am Ende doch die schönsten Erinnerungen werden.
Und so wandern unsere Pfirsiche heute nicht nur in den Einkaufskorb, sondern direkt in einen meiner liebsten Sommerkuchen: einen saftigen Pfirsich-Upside-Down-Kuchen.
Die Pfirsiche werden zuerst in Butter und Rohrzucker karamellisiert und anschließend mit einem wunderbar aromatischen Rührteig mit Walnüssen und Kardamom bedeckt. Nach dem Backen wird der Kuchen gestürzt und die goldenen, karamellisierten Pfirsiche liegen obenauf. Das warme Karamell zieht dabei über das Obst und macht den Kuchen herrlich saftig. Am liebsten serviere ich ihn noch leicht warm mit frisch geschlagenem Vanille-Schlagobers.
Ein herrlich saftiger Spätsommerkuchen mit karamellisierten Pfirsichen, frisch gemahlenem Dinkelmehl, Kardamom, Zimt und Walnüssen. Meine Bio-Gewürze wie Kardamom und Ceylon-Zimt kaufe ich gerne bei Sonnentor.
Der Kuchen hält sich problemlos ein paar Tage und bleibt dabei wunderbar saftig. Am allerbesten schmeckt er allerdings frisch und noch leicht warm.
Wenn ihr am nächsten Tag noch ein Stück übrig habt, wärmt es vor dem Servieren einfach noch einmal kurz im Ofen auf – bei etwa 140 °C für ein paar Minuten. So wird der Kuchen wieder herrlich warm, die Pfirsiche werden weich und glänzend und die feinen Aromen von Kardamom, Walnüssen und Karamell erwachen noch einmal zum Leben.
Und dann vielleicht noch ein Klecks frisch geschlagenes Vanille-Schlagobers dazu … einfach wieder ein kleines Stück Spätsommer auf dem Teller.
Hier das Rezept zum Nachzaubern:
Zutaten (für eine runde Form 22-24 cm Durchmesser)
Für die karamellisierten Pfirsiche
- 6 reife Pfirsiche
- 50 g Butter
- 50 g Vollrohrzucker
- 6 EL Ahornsirup
- Saft von ½ Zitrone
Für den Rührteig
- 200 g weiche Butter
- 150 g Vollrohrzucker
- 4 Bio-Eier
- 200 g frisch gemahlenes Dinkelmehl
- 4 TL Weinstein-Backpulver
- 5 Kardamomkapseln, Samen ausgelöst und frisch gemahlen (im Mörser)
- 1 TL gemahlener Ceylon-Zimt
- 5 g Salz
- 100 g grob gehackte Walnüsse
- 100 g Sauerrahm
Zum Servieren
- frisch geschlagenes Schlagobers
- etwas Vanille
Zubereitung
- Die Pfirsiche halbieren, entsteinen und in dicke Spalten schneiden.
- Butter, Zucker und Ahornsirup in einer ofenfesten, möglichst gusseisernen Pfanne schmelzen lassen. Die Pfirsichspalten mit der Schnittseite nach unten dicht nebeneinander in die Pfanne legen und mit dem Butter-Zucker-Gemisch überziehen.
- Bei mittlerer Hitze etwa 5–6 Minuten einkochen lassen, bis der Zucker karamellisiert und sich ein glänzendes Karamell bildet, das sich wunderbar um die Pfirsiche legt. Mit etwas Zitronensaft abschmecken.
- Für den Teig die weiche Butter mit dem Zucker cremig rühren. Die Bio-Eier nach und nach unterrühren.
- Dinkelmehl mit Weinstein-Backpulver, Salz, Zimt und frisch gemahlenem Kardamom vermischen und abwechselnd mit dem Sauerrahm unter die Butter-Ei-Masse heben. Zum Schluss die gehackten Walnüsse vorsichtig unterheben.
- Den fertigen Teig direkt auf die karamellisierten Pfirsiche geben und gleichmäßig verstreichen.
- Die Pfanne in den auf 180 °C Heißluft vorgeheizten Backofen geben und den Kuchen zunächst etwa 30 Minuten backen. Anschließend die Temperatur auf 160 °C reduzieren und den Kuchen weitere etwa 15-20 Minuten fertig backen – also insgesamt ca. 45-50 Minuten.
- Nach dem Backen den Kuchen kurz ruhen lassen. Dann einen großen Teller auf die Pfanne/Form legen und den Kuchen darauf stürzen.
- Jetzt kommt dieser ganz besondere Moment: Das warme, goldene Karamell läuft über die saftigen Pfirsiche und macht den Kuchen glänzend und wunderbar saftig. Etwas auskühlen lassen – aber gern noch lauwarm servieren.

Ein paar Tipps:
Falls ihr keine ofenfeste Pfanne habt: Die Pfirsiche einfach wie beschrieben in einer Pfanne karamellisieren und anschließend samt Karamell in eine runde, geschlossene Auflauf- oder Pieform mit etwa 22 cm Durchmesser geben.
Wichtig ist, keine Springform zu verwenden, da das flüssige Karamell beim Backen auslaufen kann.
Den Teig auf den Pfirsichen verteilen und wie beschrieben backen. Am besten die Form zusätzlich auf ein Backblech stellen – sollte beim Backen etwas Karamell über die Form blubbern, bleibt der Backofen sauber.
Nach dem Backen kurz ruhen lassen und anschließend vorsichtig auf einen großen Teller stürzen.
Noch leicht warm, mit frisch geschlagenem und mit etwas Vanille verfeinertem Schlagobers, ist dieser Kuchen für mich der Inbegriff eines Spätsommernachtischs.
Und das Schönste daran: Ihr könnt dieses Rezept immer wieder an die Jahreszeit anpassen.
Wenn gerade keine Pfirsiche im Hofladen liegen, funktionieren auch Birnen, Äpfel oder Zwetschken wunderbar. Genau das liebe ich am Backen so sehr – man nimmt, was die Natur gerade schenkt, und macht daraus etwas, das nach Zuhause schmeckt.
Vielleicht ist es genau das, was ich an unserem Landleben so liebe.
Man lebt ein bisschen näher an den Jahreszeiten. Man weiß, woher die Lebensmittel kommen. Man kennt den Hof im Dorf, kauft die Früchte direkt dort, schaut den Hühnern zu und kommt mit vollen Händen und einem vollen Herzen wieder nach Hause. Und dann steht man in seiner Küche, schaut hinaus in den Garten, sieht die Sonnenblumen im Spätsommerlicht und denkt sich einfach nur: Wie schön darf dieses Leben sein.













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