
Unser allerliebstes Dinkel-Butter-Toastbrot mit Sauerteig
Es gibt so diese Rezepte, die sich irgendwann ganz leise in den Alltag schleichen – und dann plötzlich nicht mehr wegzudenken sind. Vor einigen Monaten habe ich angefangen, ein bisschen herumzuprobieren mit Toastbrot aus Sauerteig. Eigentlich aus einer Mischung aus Neugier und auch ein bisschen Unzufriedenheit mit dem, was es so im Laden gibt. Und jetzt ist es fast schon ein Ritual geworden: Ich backe mittlerweile fast jede Woche zwei dieser Toastbrote. Eines davon wandert meistens direkt nach dem Auskühlen in den Tiefkühler – für spätere Zeiten, für schnelle Frühstücke, für Tage, an denen es einfach gut sein darf, ohne viel Aufwand.
Ich liebe dieses Gefühl so sehr: hausgemachtes Brot im Tiefkühler zu haben. Es macht mich ruhig. Zufrieden. Es ist so etwas Kleines, aber es trägt viel Alltagsglück in sich.
Gerade überlegen wir sogar, ob wir uns noch einen extra Gefrierschrank für den Keller anschaffen. Nicht nur wegen Brot – auch wegen all dem, was der Garten bald hergeben wird: Erdbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren. Und die Tomatensaucen, die ich im Sommer einkoche und gern in Gläsern einfriere. In unserem normalen Tiefkühler geht uns langsam der Platz aus.
Und ganz ehrlich: Ich träume auch schon von Sauerteig-Croissants im TK, von kleinen selbstgemachten Köstlichkeiten, die ich nur noch aufbacken muss. Diese s „Vorratsgefühl“ aus echter Handarbeit fühlt sich einfach gut an.
Warum genau dieses Toastbrot?
Ich war nie wirklich überzeugt von den klassischen Toastbroten aus dem Supermarkt. Selbst in Bio-Qualität wirken viele trocken, ein bisschen leer im Geschmack, irgendwie… uninspiriert.
Und dann essen wir Toast auch eher selten, obwohl wir ihn eigentlich mögen. Ein gutes Spiegelei drauf, ein bisschen Salat daneben – das ist schon etwas Schönes. Im Sommer stelle ich mir sogar vor, eigenes Ketchup einzukochen, das dann perfekt dazu passt.
Aber dieses Toastbrot hier ist anders.
Es ist weich, aromatisch, leicht süßlich durch die lange Teigführung und gleichzeitig unglaublich sättigend und bekömmlich. Und es schmeckt nicht nur belegt, sondern auch einfach pur – mit Butter, Marmelade oder Honig. Ehrlich gesagt: genau so liebe ich es am meisten.
Natürlich ist es ein Sauerteigbrot. Und ja – es braucht Zeit. Aber genau das ist auch das Schöne daran.
Gutes Brot braucht keine Eile. Es braucht Geduld, Hingabe und gute Zutaten. Ein bisschen Ruhe im Alltag, die sich später in Geschmack verwandelt.
Ich arbeite am liebsten mit Bio-Dinkelmehl oder einer Mischung aus Dinkel und Einkorn. Gerne, mahle ich das Einkorn selbst frisch. Reines Vollkorn macht das Brot etwas kompakter, aber genauso aromatisch und ehrlich im Geschmack.

Hier das Rezept zum Nachzaubern:
Dinkel-Einkorn-Butter-Toastbrot mit Sauerteig
Zutaten (für 2 Brote)
- 400 g Dinkelmehl
- 400 g Einkornmehl (oder alternativ Weizenmehl)
- 240 g lauwarmes Wasser
- 180 g lauwarme Milch
- 250 g aktiver Sauerteig (1-2 Tage vorher regelmäßig gefüttert)
- 40 g weiche Butter
- 20 g Salz
- 20 g Zucker
- Butter für die Form & zum Bestreichen nach dem Backen
Zubereitung
- Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und gut miteinander vermengen, bis ein homogener Teig entsteht.
- Den Teig 30 Minuten zugedeckt ruhen lassen.
- Danach den Teig alle 30 Minuten dehnen und falten – insgesamt etwa 3–4 Durchgänge. Das gibt ihm Struktur und Stabilität.
- Anschließend den Teig zugedeckt 6–7 Stunden bei Raumtemperatur ruhen lassen, bis er schön aufgegangen und lebendig wirkt.
- Zwei Kastenformen gut mit Butter ausstreichen.
- Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und halbieren. Jede Hälfte nochmals in drei Stücke teilen. Jedes Stück flach drücken, länglich formen und zu einer Rolle aufrollen.
- Die drei Rollen nebeneinander in die Kastenform legen. Mit der zweiten Teighälfte genauso verfahren.
- Die Formen abdecken und nochmals 1-2 Stunden gehen lassen, bis der Teig sichtbar aufgegangen ist.
- Dann die Formen gut abdecken (Frischhaltefolie oder ein feuchtes Tuch) und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
- Backen am nächsten Tag: Den Ofen auf 230 °C Heißluft vorheizen, dann auf 190 °C reduzieren.
- Die Brote direkt aus dem Kühlschrank nehmen, mit etwas Milch bestreichen und für 35–40 Minuten goldbraun backen. Am besten mit Dampf – ich schütte einfach ein Glas Wasser auf den Ofenboden.
- Nach dem Backen sofort aus der Form stürzen und noch warm rundum mit Butter einreiben. Das gibt diesen wunderschönen Glanz und diesen ganz besonderen Geschmack.
Tipp:
Ihr könnt das Brot auch direkt nach dem letzten Gehen lassen backen, ohne es über Nacht zu kühlen. Aber nach meiner Erfahrung wird es mit der kalten Gare im Kühlschrank noch aromatischer, bekömmlicher und einfach „runder“ im Geschmack.
Das Brot ist wirklich perfekt zum Einfrieren. Auskühlen lassen und dann gleich gut einpacken und ab in den Tiefkühler. Dann einfach ein paar Stunden vorher rausnehmen und schon habt ihr frisches Toastbrot.
Dieses Toastbrot ist für mich mehr als ein Rezept geworden. Es ist ein kleines Stück Alltag, das sich gut anfühlt.
Mit Butter. Schnittlauch. Marmelade. Honig. Oder einfach pur, noch leicht warm aus der Hand.
Und manchmal auch einfach als Toast – so wie er sein sollte: ehrlich, weich, aromatisch und mit ganz viel Liebe gemacht.







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