
Galette des Rois – ein Stück Wintertradition
Heute ist der 11. Januar, draußen liegt noch immer Schnee, alles ist ruhig, klar und winterlich. Und auch wenn ich meine Galette des Rois heuer schon am 6. Jänner gebacken habe – ganz traditionell zum Dreikönigstag – komme ich erst jetzt dazu, euch diese Geschichte und das Rezept aufzuschreiben. Vielleicht ist das aber genau richtig so: Dann habt ihr es schon parat fürs nächste Jahr. Und ehrlich gesagt – dieser Kuchen schmeckt auch an jedem anderen Wintertag ganz wunderbar.
Die Galette des Rois ist für mich viel mehr als nur ein Kuchen. Sie ist eine kleine Tradition, ein Ritual, das Wärme und Freude in die kalte Jahreszeit bringt. Ursprünglich kommt sie aus Frankreich und wird rund um den 6. Jänner gebacken. In ihrem Inneren versteckt sich die Fève – traditionell eine kleine Porzellanfigur. Wer sie in seinem Kuchenstück findet, ist König oder Königin für einen Tag .
Mit Kind bekommt diese Tradition für mich nochmal eine ganz neue Bedeutung. Ich stelle mir vor, wie wir das jetzt jedes Jahr machen: eine kleine Stoffkrone, viel Lachen am Tisch – und wer die Fève findet, darf sich etwas wünschen. Vielleicht einen Ausflug, ein Spiel, ein gemeinsames Backprojekt oder einfach bestimmen, was wir an diesem Tag zusammen machen. Kleine Rituale, die bleiben.
Wintertage, Schnee & Dankbarkeit
Heuer war der Dreikönigstag besonders schön. Es hatte geschneit, so richtig. Weiß, still, friedlich. Wir waren an diesem Tag zum ersten Mal mit unserer Tochter Schlitten fahren. Die Nachbarn haben uns ihren alten Schlitten ausgeborgt – und dann ging’s los: direkt auf das hügelige Feld vor unserer Haustür. Kein Autofahren, kein Trubel. Einfach rausgehen und loslegen.
Momente wie diese erinnern mich immer wieder daran, wie dankbar ich bin, hier am Land zu leben. Die Natur, die Möglichkeiten, der Raum – alles direkt vor der Tür. Und danach nach Hause kommen, rote Wangen, kalte Hände, und der Duft von frisch gebackenem Kuchen in der Küche. Genau so fühlt sich Winterglück für mich an.
Ein Kuchen, der oft unterschätzt wird
Ich finde ja, die Galette des Rois wird oft ein bisschen unterschätzt. Dabei ist sie – frisch aus dem Ofen – ein echtes Highlight auf dem Kuchentisch. Knuspriger Blätterteig, eine unglaublich aromatische, saftige Füllung, buttrig, nussig, leicht marzipanig… einfach himmlisch.
Ich mache den Teig immer selbst – einen schnellen Dinkel-Blätterteig, den ich am liebsten schon am Vortag vorbereite. Dann darf er über Nacht im Kühlschrank ruhen, und am nächsten Morgen kann ich ganz entspannt meine Galette backen. Für mich ist das genau die Art von Vorbereitung, die den Alltag leichter macht.
Die Füllung ist eine klassische Frangipane, aber mit einem kleinen Twist:
Butter, Zucker, Ei und fein gemahlene Mandeln treffen auf eine zarte Vanillecreme. Diese Mischung macht die Füllung besonders saftig, aromatisch und rund im Geschmack. Nussig, weich, nicht zu süß – genau so, wie ich es liebe.
Frisch aus dem Ofen serviert, am besten noch leicht warm, mit einer Tasse Kaffee, Kakao oder Tee. Wer mag, gibt noch einen Klecks Joghurt oder frisch geschlagene Sahne dazu – und schon wird aus einem einfachen Kuchen ein kleiner Festmoment.
Hier das Rezept zum Nachzaubern:
Für eine Galette (28 cm Durchmesser)
Zutaten für den Teig:
- 280 g Dinkelmehl, hell
- 5 g Salz
- 180 g eiskalte Butter
- 180 g eiskaltes Wasser
Zutaten für die Füllung:
- 125 ml Vollmilch
- 2 Bio-Eier + 1 Eidotter
- 1/3 TL Vanille, gemahlen
- 80 g Rohrohrzucker
- 1 EL Speisestärke
- 150 g Mandeln, fein gemahlen (am besten frisch)
- 50 g weiche Butter
- 1 EL Orangenlikör
Zum Bestreichen:
- 1 Eidotter + 2 EL Milch
Zubereitung:
Teig
- Mehl mit Salz in einer großen Schüssel vermengen. Die kalte Butter mit einer Gemüsereibe darüber raspeln. Mit den Händen rasch zu Streuseln verkneten. Das kalte Wasser zugeben und zu einem glatten Teig kneten. Dein in Klarsichtfolie wickeln und für eine Stunde kühlen.
- Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche den Teig etwa 1 cm dick ausrollen. Die Fläche soll in etwa dreimal so lang wie breit sein – etwa 15 x 45 cm. Den Teig nun von beiden Seiten einschlagen, so dass eine Art Quadrat aus drei Lagen entsteht. Den nun um 90 Grad drehen und wieder zu einem Rechteck ausrollen und wiederum einschlagen wie vorhin beschrieben. Den Teig wieder einwickeln und eine Stunde kühl stellen.
- Diesen Prozess noch weitere zweimal wiederholen – und dazwischen immer eine Stunde kühlen. Also insgesamt machen wir 4 Touren.
- Nach dem letzten Ausrollen, Einschlagen und Kühlen könnt ihr den Teig verwenden. Ich wickle den Teig dann auch gerne gut ein, stelle in kühl und backe die Galette dann frisch am Morgen.
Füllung
- Milch mit Vanille in einem kleinen Topf erhitzen. 1 Eidotter mit 20 g vom Zucker cremig rühren, Speisestärke unterrühren. Etwas von der warmen Vanillemilch dazugeben, dann zur Vanillemilch in den Topf geben und unter Rühren 1-2 Minuten dickcremig einkochen. Beiseite stellen.
- Die weiche Butter mit dem restlichen Zucker (60 g) cremig mixen (mit dem Handmixer), die Eier nach und nach untermixen, zuletzt die gemahlenen Mandeln und Orangenlikör unterrühren.
- Nun die Mandelmasse mit der Vanillecreme vermengen.
Galette formen
- Den Backofen auf 180° Heißluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
- Den Teig halbieren und jede Hälfte auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 4-5 mm dick ausrollen. Einen Tortenboden von 28 cm darauflegen und den Teig danach ausschneiden. Einen Teigkreis auf das Backblech legen.
- Die Füllung darauf verteilen, dabei einen Rand von 2-3 cm frei lassen. Nun die Fève – also die kleine Porzellanfigur auf eine Stelle in die Füllung geben. Den Rand des Teiges mit etwas Wasser bestreichen und den zweiten Teigboden auflegen und die Ränder zusamemndrücken.
- Zum Verzieren der Teigkante mit zwei Fingerspitzen (leicht bemehlt) im Abstand von etwa 3 cm auf den Rand drücken. Dazwischen mit einer nicht scharfen Messerspitze den Rand leicht nach innen ziehen/stupsen. So entsteht diese schöne gewellte Kante.
- Eidotter mit Milch verquirlen und den Teig gut damit bepinseln. Mit einer Nadel ein paar Mal in die Kuchenmitte stechen, damit der Dampf beim Backen entweichen kann. Nach Belieben könnt ihr noch mit einer scharfen Messerspitze ein schönes Muster in den Teig machen – den Teig dabei aber auf keinen Fall durchschneiden, nur leicht ein Muster einritzen.
- Die Galette nun 30 Minuten goldbraun backen. Leicht abkühlen lassen und am besten noch lauwarm genießen.
Nicht nur für den 6. Jänner
Auch wenn die Galette des Rois traditionell zum Dreikönigstag gehört: Bitte backt sie nicht nur einmal im Jahr. Sie passt perfekt in den Winter, zu kalten Tagen, zu Sonntagnachmittagen, zu Besuch oder einfach so. Manchmal braucht es keinen Anlass – außer Lust auf etwas richtig Gutes.
Ich freue mich sehr, dieses Rezept jetzt endlich mit euch zu teilen. Vielleicht backt ihr sie nächstes Jahr ganz traditionell am 6. Jänner. Vielleicht aber auch schon dieses Wochenende. So oder so: Sie bringt ein bisschen Wärme, Geschichte und Geborgenheit auf den Tisch.
Und wer weiß – vielleicht wird sie auch bei euch eine neue kleine Wintertradition.
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